Wenn Terrorismus Interessen dient

Prominente Referenten bei Normannia-Nibelungen-»Ideenwerkstatt«

 

Bielefeld (sas). Einig waren sich die Referenten in einem: Terrorismus wird durchaus von staatlichen Stellen geduldet oder gedeckt, wenn er eigenen Interessen dient. Ansonsten aber wurde durchaus heftig diskutiert bei der fünften »Bielefelder Ideenwerkstatt«, zu der die Burschenschaft Normannia-Nibelungen eingeladen hatte. Gewalt als Mittel der Politik? Das wird auf Anhieb vermutlich jeder verneinen. Dabei legt sogar Artikel 20 des Grundgesetzes »das Recht aller Deutschen zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist«, fest. Über Terrorismus als Mittel im Freiheitskampf, als Ausdruck des Fanatismus und als staatlich gelenkte Gewalt ist am Wochenende kontrovers im Burschenschaftshaus an der Stapenhorststraße diskutiert worden. Die Referenten – eine illustre Runde – hatten oder haben auf die auf die eine oder andere Weise mit dem Thema Berührung: Da war zum einen der Göttinger Chemieprofessor Dr. Michael Buback, dessen Vater, Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 von der RAF erschossen wurde. Seine Vermutung: Der Verfassungsschutz deckt die Täter von einst. Ein Streiter für Menschenrechte und Verständigung mit den Moslems ist Elias Davidsson, 1941 als Sohn jüdischer Flüchtlinge in Palästina geboren, mit dem Dschihad als Institution im Islamischen Recht befasst sich der Islamwissenschaftler Dr. Rainer Glagow, und Adrian O. Tovar Simoncic, Doktorand an der Uni Bielefeld, sprach über Terror in Guatemala. Als eher bizarr empfanden die stets gut 100 Gäste die politische Karriere von Odfried Hepp, der in den 80er Jahren als »Chefdenker der Nazi-Szene« (der »Spiegel«) galt, die RAF als damaliges Vorbild nannte und sich lossagte. Mit seinen Illusionen von einst räumte auch Dr. Klaus Rainer Röhl auf, einst KPD-nah, Herausgeber von »Konkret«, Ex-Ehemann von Ulrike Meinhof und heute politisch bei der FDP beheimatet. s. Politik

 

Quelle: Westfalen-Blatt, 30.11.2009
 

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